Kleine Pause

Jetzt habe ich ungewöhnlich viele Wochen an Blog übersprungen. Grund dafür ist, dass ich lieber dann schreiben möchte, wenn es wirklich etwas zu berichten gibt und die Einträge sonst aufspare. Jetzt ist auch nicht überwältigend viel passiert, aber jetzt lohnt sich ein Blogpost wieder mal.

Zwischendurch war der Winter kurz zurück, aber jetzt sind wir auch auf Kurs in Richtung Frühling. Jetzt muss ich auf dem Weg zur Uni keine Angst mehr haben, auszurutschen und auf meinem Laptop zu landen, yay!

Das bezahlte Fotoshooting lief sehr gut. Die waren vorbereitet, ich war vorbereitet und so konnte ich schnell gute Arbeit abliefern und mir ein bisschen was dazu verdienen. Ansonsten habe ich leider nicht so viel fotografiert, da ich einiges mit der Uni zu tun hatte. Diese Woche habe ich mich z.B. auf ein Stipendium beworben, welches die Kosten meiner Masterarbeit decken könnte (also den Besuch in die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Berlin. Außerdem gab es wieder einige Abgaben, eine Heimklausur usw. Gerade bin ich mit den Pflichten der Woche durch und fühle mich sehr gut damit, aber bald stehen wichtigere Abgaben an, für die ich noch mehr tun muss. Zuerst wirkt das immer so, als könnte man das gar nicht alles bewältigen, aber irgendwie klappt es ja doch immer.

Wir waren auf dem Klimastreik in Oslo(23.3.), wo  15000 Leute, vorwiegend junge, für grünere Klimapolitik gestreikt haben. So eine Menschenmasse ist schon wirklich beeindruckend. Leider wirkt es so, als ob das von der Regierung nicht richtig ernst genommen wurde. So ist es wohl überall. Schade.

Kommende Woche hat Johanna Geburtstag, was bestimmt schön wird. Ich habe mir etwas überlegt, was ich aber im Voraus natürlich nicht verraten kann. Danach fährt sie ein paar Tage Freunde, Familie und Katze in Trondheim besuchen, während ich in Ås bleibe und hoffentlich fleißig für die Uni bin. Ich habe auf jeden Fall einen Ausflug in Hydrogeologie, bei dem wir ein bisschen in der Erde stochern und dann ganz schlaue Folgerungen treffen werden.

In nicht all zu ferner Zukunft steht dann der Besuch in Deutschland an, bei dem wir beide in 10 Tagen versuchen möglichst viele Leute zu treffen, was in stressigem Chaos enden könnte, aber trotzdem schön wird. Direkt danach steht der Endspurt des Semesters an – dann wirds wieder spaßig. Aber danach habe ich tatsächlich drei Monate frei. Ggfs besuche ich da Berlin und bereite mich sonstig auf meine Masterarbeit vor, aber erstmal klingt das ja nach wahnsinnig viel Freizeit.

Gerade tut es wirklich gut längere Tage zu haben und ein bisschen die Sonne auf der Haut zu spüren. Ich bin ja eigentlich ein Winter-Mensch, aber dieses Mal freue ich mich schon auf den Sommer. Johanna und ich versuchen beide in Form zu kommen, und dann an dem Halbmarathon/10km Lauf auf Smøla teilzunehmen. Für mich persönlich steht demnächst erstmal die Herausforderung an, 700 Etagen an einem Tag zu erklimmen. Das ist eine Challenge, die in meine Fitness App eingebaut ist und mich irgendwie angelockt hat. Wenn das geschafft ist, kann ich über die 100,000 Schritte an einem Tag nachdenken. Das ist dann vielleicht etwas für die Freizeit im Sommer.

Frühlingsanfang?

Offiziell ist es natürlich noch nicht Zeit dafür, aber die Temperaturen sind hier in rund zwei Wochen von -16 auf +11°C gesprungen und das wohl nicht nur kurz. Als ‘Umweltwissenschaftler’ ist das im Februar bedenklich, aber darum soll es hier nicht gehen. Stattdessen werde ich meinen Tagesablauf grob schildern und anschließend spannende Neuigkeiten berichten. (Das klingt mehr wie ein Abstract, als ich es eingestehen will.)

In der Woche wird um 7.15/8 Uhr aufgestanden, am Wochenende um 9 Uhr. Einerseits hat man so einen gleichmäßigen Tagesrhythmus, andererseits habe ich eh keine Wahl, da die Uni meistens um 8 anfängt. Da ich kein besonderer Morgenmensch bin, wird das morgens knapp getaktet. Die beiden Hydrogeologiekurse sind total kaotisch geplant, sodass ich jeden Tag, auf dem Weg zur Uni, nachgucken muss, wo ich eigentlich genau hingehe. Klappt aber meistens. Nachdem das vorbei ist gehe ich entweder zu Bodenkunde oder zu einem Statistik-Begleitkurs (R). Um 12/14/16 Uhr wieder zu Hause angekommen gibt es eine kurze Pause und anschließend muss ich in der Regel Aufgaben lösen, Berichte schreiben, Vorträge vorbereiten, wissenschaftliche Artikel lesen usw. Unter Umständen gibt es dann noch ein Gruppentreffen, da wir in Bodenkunde sehr häufig Artikel präsentieren müssen (diesen Dienstag hat er uns gesagt, dass wir am Donnerstag einen 20-seitigen wissenschaftlichen Artikel am Donnerstag in einem 15min Vortrag präsentieren müssen – der nächste Vortrag im selben Fach ist Dienstag). Anschließend geht es entweder zum Sport oder ich nehme mir eine kleine Auszeit. Danach wird entweder gekocht, oder äh… nicht. Je nachdem wie akkut der Arbeitsdruck ist, mache ich dann mit Unikrams weiter. Bisher bleibt das aber zum Glück meistens aus. Stattdessen gibt es Brettspiele, Eis, TV sehen etc. Dann lerne ich noch kurz norwegische Vokabeln und gehe so um 23 Uhr ins Bett.

Das Studentenleben in Deutschland war selbst in der Klausurenphase nicht wirklich anstrengender als der Alltag hier. Dafür lerne ich mehr und habe eine strukturiertes Leben, was auch ganz schön ist. Allerdings merke ich den Streß schon in so fern, dass ich ab und an Schlafstörungen deswegen habe, was laut neuen Studien ungefähr 30-40% der Studenten so geht. Ich finde dieser Anteil sagt etwas über die psychische Belastung aus. Allerdings ist auch das mit gekonnten Pausen und ein wenig Sport irgendwie machbar. Und ab und zu fühlt man sich stolz, wenn man sieht, was man eigentlich geschafft hat.

Wie ihr auf dem Foto erkennen könnt, ist der Schnee auch hier im Norden fast weg. Während er geschmolzen ist, habe ich jetzt offiziell das Thema “Was passiert mit Mikroplastik im Boden und Kompost?” als Masterarbeit angemeldet. Dafür werde ich Bodenkunde, analytische Chemie und Mikrobiologie anwenden. Da ich keine Ahnung von Mikrobiologie habe, arbeite ich mit dem biologischen Institut NIBIO zusammen. Die wollen mich gerne (im Juni – noch nicht sicher) nach Berlin schicken, wo die Experten für die Thematik sitzen. Die ganzen Details sind aber noch etwas in der Schwebe.

Außerdem werde ich am Montag mal wieder bezhalt fotografieren – Bilder für eine Studentenvereinigung. Scheinbar habe ich dem Fotoklubb genug Staub aufgewirbelt, damit ich jetzt mit in dem Vorstand bin. Also kann ich Aktivitäten vorschlagen, ein paar Sachen organisieren und mich vorallem mit den symphatischen und engagierten Leuten sozialisieren. Das passt dann vermutlich gerade noch so in den bereits vollen Zeitplan, aber es ist ja auch etwas, wofür ich wirklich Feuer und Flamme bin.

 

Der Frühling kommt?

Wir haben es geschafft uns endlich ein bisschen zu sozialisieren. Dieses Wochenende waren wir mit dem Hundeklubb der NMBU unterwegs, wo ein paar Leute vom Fotoklubb Bilder von den Hunden machen sollten. Dabei haben wir symphatische Menschen getroffen, was ja etwas besonderes ist – Menschen treffen allgemein. Auf Parties haben wir es allerdings noch nicht geschafft, teils aus Motivationsmangel und teils wegen Ausfall der Party. Diesen Mittwoch soll es aber eine neue Gelegenheit geben. Wer weiß, wer weiß. (Ich bin übrigens sehr zufrieden mit meinen Hundefotos – ihr hättet sehen müssen, wie das knipsen vor sich ging.)

Seit dem letzten Blogeintrag ist der Schnee deutlich geschmolzen, sodass kaum noch etwas da ist. Angeblich ist der Winter jetzt mehr oder weniger vorbei. Zumindest der schöne Teil, in dem es Schnee und Skitouren gibt. Jetzt hat der graue, nasse und irgendwie eklige Teil begonnen. Dafür kann man aber wieder vernünftig zu Fuß gehen, ohne jeden Tag hinzufallen.

Rein stresstechnisch ist alles schon wieder in voller fahrt. Ich mache, wie letztes Semester 35 Credits, also 5 mehr als Soll ist. Hydrogeologie und Bodenkunde (lokale und globale Umweltbelastung) sind auf Master-Niveau und dann habe ich nochmal Hydrogeologie und ein Fach, das einen auf die Masterarbeit vorbereiten soll. Also insgesamt wieder viel Stress. Bodenkunde allein sind 5 Vorträge, 5 wissenschaftliche Artikel (lesen), 5 Aufgabenblätter, sporadische Extraaufgaben, 4 Wochenstunden, in denen man immer aktiv am Ball bleiben muss und eine mündliche Prüfung zum Schluß. Alle Aufgaben sind Gruppenaufgaben, so dass wir uns zu fünft koordinieren müssen. Das war Fach 1 von 4. Also viel, viel zu tun. Nebenbei wird natürlich die Masterarbeit organisiert, denn das muss auch bis ende Februar passiert sein.

Auf der positiven Seite herrscht wieder ein Alltagsrhythmus, in dem wir zumindest die Abende (noch) regelmäßig frei haben. Mit ein bisschen zeitlicher flexibilität bekommt man es auch noch hin zum Sport zu gehen. Langsam merke ich ein bisschen was davon, Gewichte zu heben. Aber man selbst merkt sowas natürlich auch am schnellsten. Wenn noch ein bisschen mehr Schnee schmilzt, kann ich auch wieder joggen gehen. Das ist gut, denn Johanna, ihr Vater und ich wollen bei dem Wettlauf teilnehmen, der im Sommer wieder auf Smøla stattfindet. Falls ihr euch erinnern könnt – das waren entweder 10 oder 21,5km. Da kann man ein bisschen Training gebrauchen. Seit ich gehört habe, dass körperliches Training nicht nur den Körper selbst, sondern auch den Geist fit hält (und z.B. auch das befinden maßgeblich beeinflussen kann), bin ich noch motivierter mich zu bewegen.

Freunde haben wir leider noch nicht so richtig gefunden. Das eine Mal dachten wir, wir könnten die eine Freundin von Johanna (inkl. Freund) zum Brettspiele Abend einladen, aber das ist auch schon wieder drei Wochen her und die Chips und Getränke stehen langsam eingestaubt in der Ecke. Aus dieser distanzierten Haltung der Norweger (zumindest was so etwas angeht) habe ich aber gelernt, dass es wichtig ist, sich nicht zu sehr darauf zu fokussieren, da es sonst nur in Frust endet. Stattdessen sollte man quasi mit dem flow gehen, dann läuft alles besser. Wir haben die Zeit jetzt genutzt, um eine isländische Krimiserie zu gucken und Brettspiele zu spielen. Außerdem lerne ich wieder aktiv norwegische Vokabeln, da ich jetzt eine gute App dafür gefunden habe (Memorion – Android exklusiv). Zusätzlich lerne ich hier und da ein bisschen Isländisch mit einer anderen App, da ich endlich eine entdeckt habe, die es anbietet (danke, Alexa – nein, nicht Amazon Alexa). Noch klappt das alles zeitlich. Später ändert sich das dann. (Auf dem Bild spielen wir Terraforming Mars.)

Zuletzt wollte ich noch fragen, wie ihr die Qualität von dem Blog so findet. Im Idealfall sollte man so einen Text ja planen und strukturieren, aber in der Realität wollte ich seit Freitag einen Eintrag schreiben -habe aber einfach keine Zeit gefunden. Sind euch das zu viele langweilige Beschreibungen, zu viel pures up-to-date halten, zu viele Thema-Entgleisungen oder ähnliches? Soll ich vielleicht ab und zu ein paar Dinge, die ich gelernt habe (falls sie interessant sind) kurz und verständlich erklären? So wie hier? Lasst mich das gerne wissen, denn an dem Inhalt kann ich eher etwas machen, als an zeitaufwändigen Planungen der Struktur. Danke an alle, die jetzt noch lesen!

Hytteferie i Nordmarka

Endlich war es soweit: meine Kenntnisse als Skiprofi waren gefragt. Da ich durch meine zahlreichen Stürze mit allen Wassern gewaschen war, habe ich der Herausforderung standhalten können. Oder mit anderen Worten: Wir waren mit Johannas Eltern und Opa ein Wochenende lang in einer Hütte, irgendwo im Wald zwischen Oslo und Hønefoss. Dort führen keine Straßen hin, zumindestens nicht direkt. Angereist sind wir per Bahn, Auto und Ski. Ok, der Abschnitt auf den Skiern war vielleicht einen Kilometer lang, aber der Gedanke zählt in diesem Fall. Johannas Eltern sind von Oslo aus auf Skiern gekommen. Hier die grobe Reiserute:

Auch wenn es sich als sehr langwierig erwiesen hat, am Freitag Nachmittag aus Oslo herauszukommen, hat sich das ganze Warten im Stau gelohnt. Wir sind im starken Schnee treiben mit Rucksäcken, Kopflampen und auf Skiern durch den Tiefschnee zur Hütte gegangen. Die relativ frischen Spuren, die Johannas Eltern hinterlassen hatten, sind durch das Wetter zum Teil schon komplett verschluckt worden. Endlich angekommen haben wir uns die Skier abgeschnallt, ich bin propmt bis zur Hüfte im Schnee versackt und wir sind in die vorgewärmte Hütte geflohen. Johannas Eltern waren schon dort und haben den kleinen Kamin angemacht, um zu wärmen. Das Innere hat die typische Gemütlichkeit und Geborgenheit, die man erwartet. Aber auch drinnen bemerkt man die Kräfte der Natur. Dort, wo nicht geheizt wurde (im Flur) war es eiskalt. Den ersten morgen sind wir dort aufgewacht und konnten unseren eigenen Atem deutlich sehen.

Am nächsten Tag sind wir eine Runde Ski gefahren, wobei ich mich sehr zufriedenstellend geschlagen habe. Danach haben wir gemütlich gelesen, gekocht und Karten gespielt. Letztens habe ich im Second-Hand Laden einen isländischen Krimi gefunden (auf Norwegisch), der keine Schutzhülle und damit keine Beschreibung mehr hatte. Ich fand die Idee toll, nichts über das Buch zu wissen und es einfach so zu lesen. Das hat sich bisher super gelohnt. Ich hatte gar keine Ahnung, was mich erwarten könnte und ich bin wirklich zufrieden damit. Jedenfalls war dieser Tag der einzige, an dem wir komplett dort waren. Den Tag darauf sind wir wieder abgereist. Was Johanna und mir nicht ganz klar war, war dass wir auf Skiern zurück nach Oslo fahren sollten. Nach ein bisschen hin und her diskutieren haben wir dann zugestimmt. Der Weg sollte 24km lang sein, war aber in wirklichkeit eher so 35-36km. Auf Skiern ist das vermutlich immer noch leichter, als zu Fuß, aber wir sind total kaputt angekommen und hatten auch nicht wirklich passende Kleidung oder nötige Ausdauer für das Ganze. Im Endeffekt haben wir es einfach durchgezogen und es irgendwie geschafft. Nach 6,5 Stunden, 5000kcal und vier Stürzen waren wir dann wieder in Oslo (siehe Karte oben). Zu meiner Überraschung konnten wir beide am nächsten Tag noch gehen. Aber in der Nacht haben wir auf jeden Fall früh, tief und lange geschlafen. Eigentlich schade, dass wir knapp an der Marathonlänge vorbeigeschossen sind. Die Hütte könnt ihr übrigens hier sehen:

Heute sind wir mit der zweiten Woche Uni durch und dennoch bereits total eingespannt. Ich habe mehr Vorlesungen als letztes Semester und diesmal kein Fach dabei, dass ich spontan als einfach bezeichnen würde (letztes Mal gab es eins). Aber mal sehen, wie sich das entwickelt. Erstmal wurde ich mit Hydrogeologie und gleichzeitig fortgeschrittener Hydrogeologie ins kalte Wasser geworfen, aber irgendwann habe ich sicher eine solide Basis und fühle mich sicherer. Außerdem habe ich noch mehr Bodenkunde, wo es um Umweltgifte und sonstige Verschmutzungen im Boden geht. Das sollte ja gut zu meiner Masterarbeit passen. Zu der habe ich noch keine weiteren Informationen. Aber Johanna und ich haben einen Kurs belegt, der einen auf die Masterarbeit vorbereiten soll. So richtig gelernt haben wir da noch nichts, aber dafür habe ich jetzt ein bisschen schiss davor. Keine Ahnung, ob das so gewollt ist.

Ansonsten bin ich immer so seltsam halb krank. An einem Tag geht es mir gut genug für Sport und dann brauche ich wieder 2-3 Tage Auszeit. So geht das seit Oktober. Vielleicht muss man da einfach drüber stehen, keine Ahnung. Möglicherweise hilft es, dass es derzeit etwas nach Schneeschmelze aussieht. Wir haben zwar gelernt, dass das erst im April wirklich passieren soll, aber heute Nacht soll es andererseits 5 Stunden lang Starkregen geben.

Wir haben außerdem die Bibliothek für uns entdeckt. Da leihen wir uns jetzt Bücher und Filme aus, bis es irgendwann wegen Unistress nicht mehr geht. Alle, die in Deutschland studieren, können sich mit der Menge der Arbeit wirklich glücklich schätzen. Ich habe mit einigen anderen Deutschen geredet und alle sind der Meinung, dass die Arbeitsmenge hier ein vielfaches von der üblichen deutschen ist. Apropros andere Leute: Wir haben immer noch keine richtigen Freunde gefunden. Johanna versteht sich sehr gut mit dem einen Mädel, aber wir versuchen jetzt seit einiger Zeit einen Spieleabend oder sonstiges zu organisieren – vergeblich. Es ist ein Trauerspiel. Der Fotoklubb trägt in der Hinsicht auch keine Früchte. Ich war auf einem Treffen und habe kontakscheue und teilweise einfach nur unsymphatische Menschen getroffen. Der neue Plan ist es, auf Partys zu gehen. Wer mich kennt, weiss, dass das eine extreme Maßnahme ist. Wünscht mir Glück!

Gut, dass man per Internet Kontakt mit Leuten halten kann. Per Xbox klappt das sehr gut. Außerdem ist es schön nicht alleine zu wohnen, wie anfangs in Göttingen. Das Fitnessstudio ist aich nebenan, was hilft. Das wird schon irgendwie klappen. Bis denne.

Wir lernen Norwegisch:

Finnes det en slags dating hvor man leter etter venner? – Gibt es eine Art Dating, wo man nach Freunden sucht?

Ski fahren lernen

Ok, ich fand es schon immer blöd Blogeinträgen, Bildern oder Videos Namen geben zu müssen. Die sollen einen motivieren, den Eintrag anzusehen, während sie in Wahrheit meistens schnulzig nervig, oder langweilig klingen. Jetzt aber zum Blog.

Auch wenn ich den Januar frei habe, habe ich versucht jeden Tag etwas produktives zu tun. Meine zwei großen Projekte dabei sind Ski fahren lernen und besser im Photos bearbeiten werden. Was Langlaufski angeht, habe ich mich tatsächlich deutlich verbessert. Von meinem ersten Anlauf mit meinen eigenen Ski habe ich sogar ein kleines Video gemacht.

Inzwischen bin ich noch ein bisschen besser geworden und bin damit ungefähr auf dem Niveau von dem durchschnittlichen Norweger, der komplett außer Übung ist und vielleicht eine künstliche Hüfte hat oder so. Jedenfalls habe ich wirklich viel Spaß damit. Außerdem ist es ein bisschen schwer hier raus zu kommen, was durch Skier wirklich einfach bleibt und hier auch ein soziales Erlebnis zu sein scheint. Ich habe letztes Mal meine Kamera mitgenommen und wurde von ein paar Leuten freundlich angesprochen. Sowas passiert in Norwegen sonst NIE, wie es scheint. Johanna und ich waren auch schon zusammen los, wo ich gemerkt habe, dass noch viel Raum nach oben ist, was Können angeht. Aber ich falle schon kaum noch hin, was ja positiv zu vermerken ist.

Anfang Februar fahren Johanna, ihre Eltern und ich ein Wochenende zu einer Hütte in der Nähe von Oslo, um dort Ski zu fahren. Ich bin mal gespannt, wie das so läuft, aber besser vorbereitet war ich auf jeden Fall noch nie.

Wie es aussieht, muss ich mir einen Reisepass von der Botschaft besorgen, um meine Bank richtig benutzen zu können oder die Bank wechseln zu können. Nagut, sowas ist ja inzwischen schon bekannt, aber ich bin erstaunt, dass ich monatelang versucht habe, solche Probleme zu lösen und es gefühlt unendlichen Nachschub gibt. Dafür bin ich aber auf einem guten Wege, mir ein Masterarbeitsthema zu besorgen. Mit meinem Betreuer habe ich schon geredet, jetzt werde ich am Montag aber noch mit einem Zweitbetreuer an dem hiesigen biologischen Forschungsinstitut (NIBIO) reden, um festzustellen, ob auch wirklich alles passt und was genau mein Thema denn eigentlich sein wird. Die Richtung steht aber schon fest und ist Mikroplastik in Sedimenten und Boden (‘mikroplast i sedimenter og jord’), was super interessant für mich klingt. Dazu gibt es noch recht wenig Forschung, aber ein paar Eckpunkte sind schon recht sicher, wie z.B. die Fähigkeit von Plastik, Umweltgifte zu binden und so vom Auflösen zu hindern. Das Ganze wird natürlich wieder viel Arbeit, aber das Thema klingt wirklich motivierend, finde ich.

Bevor ich es vergesse: Alle meine Noten sind jetzt bekannt und ich habe alles durchschnittlich bestanden, außer Bodenkunde, wo ich etwas besser war. Das bedeutet einerseits, dass ich in Umweltchemie (wo ich den langen ‘Spickzettel’ hatte) schlechter abgeschnitten habe, als erhofft, aber andererseits auch, dass ich Verwaltungsrecht genau so gut abgeschnitten habe, obwohl ich alles innerhalb von 4 Tagen gelernt habe und vorher nichtmal wusste, wie man solche juristischen Texte überhaupt schreiben soll. Schon mal gar nicht auf Norwegisch. Dabei habe ich auch eingesehen, dass ich eben kein 1er-Student bin, egal was ich tue. Sowohl die Gene, als auch der Fleiß ergeben wohl die Endnote. Es war etwas schwerer, wirklich zu verinnerlichen, dass lernen nicht jedem gleich schwer fällt und ich so oder so ein bisschen schlechtere Karten habe, aber auf der anderen Seite ist es sicher auch eine richtig gute Erkenntnis, dass ‘durchschnittlich’ gut genug sein muss. Es kann nicht jeder besser als die anderen sein. Und das ist auch gut so. Ich persönlich bin sehr zufrieden damit, dass ich mich hier auf einer fremden Sprache, in einem anderen Land mit anderen Ansprüchen ganz gut durchschlage. Wenn man nicht akzeptieren kann, dass man durchschnitt ist, dann ist man immer noch durchschnitt, aber zusätzlich noch unzufrieden.

So letztendlich noch ein bearbeitetes Foto von der Skitur. Falls man nicht offensichtlich sieht, dass es bearbeitet ist, fragt euch doch mal, ob es so aussehen würde, wenn man das Foto machen und direkt hochladen würde. Derzeit übe ich eine fotgeschrittene Technik und das hier ist mehr oder weniger noch die Testphase. Sobald ich bei eindrucksvolleren Landschaften bin, kann ich das wirklich austesten.

Ok, eine letzte Sache noch. Dieses Semester versuche ich sozialer zu sein und Leute zu treffen. Heute Abend gehe ich zu einem Treffen vom Fotoklubb und schaue mal, wie das so wird.

 

Wir lernen Norwegisch: en skitur – eine Skifahrt

Ende der Klausurenphase, Weihnachten und Neujahr 2019

Als erstes möchte ich erwähnen, dass der Blog jetzt hierher umgezogen ist. Dann ist er gleich mit meinen Fotos usw. an einer Stelle zu finden – außerdem gibt es auf der anderen Website ein paar Schwierigkeiten.

Es ist schon wieder lange her, seitdem ich das letzte Mal gepostet habe. Die Klausurenphase war wirklich deutlich härter, als alle anderen, die ich bisher an der Uni erlebt habe, weshalb ich froh war, konzentriert lernen zu können. Darunter hat der Blog dann natürlich gelitten. Meine letzte Klausur war am 19.12. und mein Flug nach Deutschland ging schon am 20.12.. Da hätte ich mir noch einen Tag Pause gönnen sollen, das war schon echt stressig. Zu Hause habe ich mich erstmal mit meiner Einkaufliste von Lebensmitteln etc. in die Stadt gemacht und die Sachen gekauft, die in Deutschland teilweise 10% von dem norwegischen Preis kosteten. Außerdem war es an der Zeit Freunde wieder zu treffen. Das ist ja deutlich schwerer und seltener geworden, aber dank des Internets ist immerhin digitaler Kontakt möglich, was mir auch wirklich gut tut. Besonders wenn ich daran denke, dass z.B. Igor auch im Ausland ist (Japan), sodass ich den Kontakt halten kann, obwohl einen 10000km trennen.

Weihnachten selbst lief halb stressig und hab entspannt ab, wie das eben immer so ist. Es gab viel zu tun, aber auch Zeit die Familie wieder zu sehen, Brettspiele zu spielen und endlich das Video von diesem Sommer auf Smøla zu schneiden. Hier ist es:

Ich hoffe, dass dadurch mehr Einsicht entsteht. Etwas zu sehen ist ja doch noch deutlich anders, als darüber zu lesen. Ich will jetzt natürlich nichts versprechen, aber theoretisch würde ich in der Zukunft ab und zu mal so ein Video machen. Mal schauen, wie das klappt.

Sylvester war ich in Hildesheim und habe noch mehr Freunde wieder getroffen. Kurz danach war 90. Geburtstag meiner Oma und dann ging es schon wieder nach Ås. Der Rückflug war ein bisschen unglücklich, da mein ganzes Flugzeug den Anschlußflug verpasst hat. Dann waren wir eine gute Gruppe, die alle sechs Stunden länger als geplant am Kopenhagen Airport gestrandet waren. Am Ende war ich dann um 5 Uhr morgens, statt 9 Uhr abends zu Hause. In dem Moment war das schon nicht so berauschend, aber sowas passiert wohl. Und die Fluggesellschagft hat mir 250€ erstattet (mehr als ich bezahlt habe – dazu gibt es scheinbar EU-Richtlinien). Also halb so wild.

Den Januar habe ich noch keine Uni, also technisch gesehen frei. Allerdings kümmere ich mich gerade um meine Masterarbeit, wofür wir jetzt schon ein Thema raussuchen sollen. Dabei kam jetzt die Komplikation auf, dass der Studienberater mir keinen Termin geben will, um das technische Problem zu lösen, dass ich meine Kurse nicht lösen kann. Vielleicht gehe ich den einfach unangekündigt besuchen. Muss ja wohl, leider. Auf der positiven Seite: Ich habe von Johanna und ihren Eltern Langlaufskier zu Weihnachten bekommen, sodass ich ordentlich trainieren kann und nicht mehr, wie sonst, eine zweistellige Anzahl an Stürzen zu verbuchen habe (beim ersten Ausflug waren es über 80 im Tiefschnee). Hier sind im Moment auch gute Minusgrade und genug Schnee und Loipen, um den Januar lang zu üben. So kann ich sicher auch irgendwann an gute Stellen für Landschaftsfotos kommen. Das ist nämlich meine Hauptaufgabe im Januar: Lernen Fotos noch besser und fortgeschrittener zu bearbeiten. So habe ich endlich die Zeit das zu tun und einen etwas produktiveren Januar.

Vielleicht kann ich ja von meinem Ski-Lernprozess ein Video machen. Sehen wir dann.

Wir lernen Norwegisch: å gå på ski – Ski laufen

PS: Der Song in dem Video ist übrigens ‘Friðrik Dór – Fröken Reykjavík’ und ein isländischer Popsong, wie der Name villeicht schon vermuten lässt. Erzählt das nicht der GEMA.

Noch mehr Fleiß

Seit letztem Mal, wo ich in Bergen war, ist der Winter auch bei uns angekommen. Zumindest zwischenzeitlich. Wir hatten rund -10°C, keinen Schnee, aber eine ständig dicker werdende Frostschicht auf Pflanzen etc. Obwohl es so viel kälter war, hatten wir viel Sonne und endlich keinen Nieselregen mehr, also gutes Wetter. Da war es wirklich herrlich rauszugehen! Jetzt ist leider der Nieselregen wieder zurückgekehrt und wir haben wieder “(nord)deutschen Winter”. Warum ich mich an so einem Detail aufhalte? Das ist so circa das Einzige, was groß passiert ist. Ich fühle mich immer noch leicht krank und habe richtig, richtig viel für die Uni getan.

Die Bilder stammen beide aus dem Wald direkt vor unserer Tür. Es ist wirklich unglaublich gut, zwischendurch mal rauszugehen, frische Luft zu atmen und die Natur zu genießen. Ich erinnere mich gar nicht mehr genau, wann diese Phase angefangen hat, aber seit einigen Wochen bleibt wirklich wenig Zeit, um überhaupt irgendwas zu machen, dass nicht lernen oder für die Uni arbeiten ist. Das liegt aber natürlich auch daran, dass ich freiwillig so viel lerne. Nach den ganzen Abgaben in Umweltchemie und Bodenkunde hat direkt (und ich meine noch am selben Tag) das große lernen angefangen. Klausur Nummer eins war Umweltchemie. Meine erste mündliche Prüfung auf Norwegisch, die kein Sprachkurs war (habe die Klausur vor vier Stunden gehabt). Die Note kommt in einer Woche – es lief aber soweit gut. Ansich ist das Thema super interessant, aber die Liste an Sachen, die wir können mussten, war echt am extremen Ende vom Spektrum. Was passiert denn mit Blei im Boden/Wasser, warum, was kann man dagegen machen und wo kommt es überhaupt her? Welche organischen Umweltverschmutzungen gibt es denn (Stichwort DDT), wo kommen die her und was machen die? Radioaktivität, was passiert da und wie beeinträchtigt es die Umwelt? Und Aerosole, CO2 in der Atmosphäre, Versauerung der Meere und des Bodens und warum und was genau passiert dabei und wieso verursacht Landwirtschaft eigentlich einen Großteil des Ozonlochs? Solche Fragen mussten wir alle vom großen Ganzen bis zu den einzelnen chemischen Reaktionen auf dem Kasten haben. Insgesamt gab es 18 Themengebiete, welche alle eher viele Informationen enthalten haben und sich nur selten etwas überlappt haben. Ich habe jetzt in 10 Tagen einen ganzen Stift leer geschrieben, einen halben Block voll und dann wollte ich mir noch einen Spickzettel als vorbereitende Übung zusammenstellen, der dann etwas eskaliert ist:

Kurzgesagt: Es gab da ein bisschen was zu tun. Also was heisst es gab – es gibt. Die nächste Klausur ist Donnerstag. Aber die wird nicht so heftig, wie diese hier. Der Aufwand hat mal wieder sehr wenig mit den Creditpunkten des Moduls zu tun.

Aber mal zu etwas positivem: Es ist schon Dezember, der Monat in dem der ganze Stress für eine kurze Weile pausieren wird und ich über Weihnachten nach Hause fliege. Johanna fährt zu ihrer Familie, sodass wir leider Mal ‘ne Zeit getrennt aushalten müssen. So kann ichg allerdings ein paar Sachen machen, für die sie keine Geduld aufbringen würde. Hauptsächlich denke ich daran, endlich die Videos von diesem Sommer ordentlich zu einem Video zu schneiden. Ich würde auch in der Zukunft gerne öfter Videos machen, eine Art Vlog. Besonders Stefan und Maschell haben mich dazu ermutigt und ich habe früher schon gerne Videos von meinen Besuchen bei Chris und Tim gemacht. Videos haben irgendwie eine intimere Dimension.

Wo wir gerade bei künstlerisch Wertvoll sind: Ich werde den Januar frei haben, da keines meiner Module vor Februar anfängt. Außerdem bin ich leidenschaftlicher Fotograf, sobald ich die Zeit dazu habe. Folglich habe ich mir überlegt, dass ich gerne eine Woche (oder so) im Januar verreise, um Fotos zu machen. Wohin genau muss ich mir noch recherchieren. Das wird eine Geld/CO2 Ausstoß Debatte mit mir selbst. Ich würde super gerne in den Norden reisen, um Nordlichter zu sehen. Zum Beispiel auf die Lofoten, Senja oder die Faröer (wo man einen lustigen hybrid aus Dänisch und Isländisch spricht). Wie genau man da unterkommen kann, kann ich nur erahnen, aber ich wohne “nah dran”, habe Lust und Zeit es zu machen und mir vielleicht mein Ziel zu erfüllen, Mal auf die Faröer zu reisen. Besonders da ich nicht nur an der Landschaft, sondern auch an der Kultur interessiert bin. Außerdem habe ich mich entschlossen, meine Fotografie zu verbessern, indem ich mich mehr auf ein Bild konzentriere – mehr Energie reinstecke – anstatt dann z.B. drei durchschnittliche zu haben. Dafür ist so eine Reise perfekt. Außerdem ist es ein guter Ausgleich für den ganzen Studienstress.

Nagut, jetzt muss ich aber wieder lernen. Jetzt hatte ich ein paar Stunden Pause, das muss reichen. Ich freue mich über alle, die meinen Blog lesen, finde es toll euere Rückmeldungen zu bekommen und euch so etwas in mein Leben zu integrieren. Die Uni in Norwegen ist viel anspruchsvoller als in Deutschland und ich bin besser am Ball als je zuvor. Im Laufe meines Bachelors gab es keinen Fokus auf ein Thema und man hat irgendwann das Ziel außer Augen verloren. Hier ist das anders. Gezielt einen Fachbereich zu beherrschen tut mir persönlich wirklich gut. Ich habe das Gefühl etwas wichtiges zu lernen und die Zukunft hoffentlich weniger schlecht zu machen, als man es jetzt von allen Ecken und Kanten hört. Ok, ich schweife schon wieder ab, bis denne!

Wir lernen Norwegisch – å pugge for en eksamen = für eine Klausur lernen.

PS: Falls ihr Lust habt, euch ein bisschen über die Themen, die ich erwähnt habe, zu informieren, dann könnt ihr die orangen Wörter direkt anklicken und werdet (meistens) zu der vertrauenswürdigsten Wissensquelle des Internets gleitet: Wikipedia.

Bergen, Abgaben und viel Fleiß

Es ist etwas länger her und es ist auch einiges passiert. Wir waren bei Christopher, einem Kunmpel aus Göttingen, zu Besuch in Bergen. Dort macht er gerade ein Erasmus Austauschsemester. Nach einer 7-stündigen Zugfahrt, scheinbar die schönste Zugfahrt Norwegens (oder so), sind wir in der schönen Stadt angekommen. Obwohl es Norwegens zweitgrößte Stadt ist, gibt es nur unter 5 Bahngleise, dafür allerdings auch viel mehr Großstadtfeeling als in Ås. Das Studentendorf dort macht mich ganz foh, dass wir stattdessen in unserem wohnen. Es war groß, alt, grau und hat sehr an Arbeiterwohnungen in der Sowjetunion erinnert. Dafür ist die Innenstadt richtig hübsch. Wir haben uns die alte Hansestadt (Bryggen) angeschaut, sind auf den Hausberg gewandert und ein bisschen in der Stadt rumgelaufen. Außerdem hat es fast durchgängig geregnet, aber ohne das hätten wir auch einen falschen Eindruck von Europas regenreichster Stadt bekommen (ungefähr 10-facher Niederschlag von Niedersachsen pro Jahr). Auf dem Foto sieht man die Aussicht aus dem Zug.

Wie ihr euch vielleicht denken könnt, bedeutet die lange Pause zwischen den Blogeinträgen, dass es viel zu tun gab. Nachdem der Stress von UKA vorbei war, ging es direkt mit Uni Stress weiter. Der ist immerhin relevant. Ich habe mich zusammengerissen, ein paar Aufgabenzettel gelöst (die je durchaus 2-3 Tage schlucken), ein Poster über Mikroplastikverschmutzung geschrieben und heute unseren Bodenkunde Bericht in Gruppenarbeit endlich fertiggestellt (daraus hatte ich schon im August Bilder gepostet – das war eine lange Aufgabe). Also falls ihr Fragen zu Mikroplastik oder Böden habt, wissta’ Bescheid. Gerne immer her damit. Ich glaube, dass ich einen Probe Quadratmeter im Garten meiner Eltern nehmen will um ihn mit meinen Bodenkundekenntnissen besser zu machen. Manche programmieren, andere wühlen im Dreck. So ist das.

Wir haben es geschafft mit dem Sport am Ball zu bleiben, was in der dunkelen Jahreszeit vermutlich auch besser so ist. Heute ist eine Fotoausstellung, wo ich zwei Bilder habe. Allerdings fühle ich mich schlecht und bleibe deshalb zu Hause. Ich habe richtig Lust, mehr Fotos zu machen! Vor Weihnachten wird das jedoch wohl nichts, da meine Klausuren zwischen dem 3.und 18.12. liegen. Am 19.12. fliege ich dann über Weihnachten nach Hause. Das ist schon bald. Wahnsinn, wenn ich so drüber nachdenke. Da ich mich, wie gesagt, ein bisschen schlecht fühle, lasse ich es erstmal dabei. Aber der Blog lebt und ihr hört von mir. Bis denne!

Das Bild ist auch aus dem Zug gemacht, allerdings in 1200m Höhe. Hier liegt eigentlich noch kein Schnee.

Ende von UKA, viel zu tun und Stressmanagement

UKA ist fast vorbei – UKA war der sogenannte Kulturmonat hier in Ås. Sonntag ist der letzte Tag und damit sind die ganzen Aktivitäten, eskalierenden Feiereien etc. vorbei. Es is schade, dass ich mich ein bisschen wie ein Spießer fühle, wenn ich die Leute verurteile, die daran regelmäßig teilnehmen. Die wollen ja sicher auch nur Spaß haben. Auf der anderen Seite – also so wie ich das mitbekomme – ist es schon logisch, dass mein Bild nicht so positiv ist. Ich bekomme nur grölende Betrunkene um 10 Uhr morgens, Leute die ihren Müll achtlos in die Gegend werfen (undzwar oft und insgesamt viel; ich erinnere hier mal daran, dass wir hauptsächlich Studienrichtungen haben, die sich mit Umweltschutz beschäftigen) und die mehr oder minder Ausbeutung von den freiwilligen mitbekomme. Das bringt mich irgendwie in eine Situation, wo ich denke, dass ich eine Spaßbremse bin. Trotzdem bin ich mit der Sache so einfach nicht einverstanden. Naja, UKA ist nur alle zwei Jahre und Sonntag ist der letzte Tag. Dann muss ich Sonntag nochmal ein paar Fotos davon bearbeiten und gut ist.

Apropors Fotos: Scheinbar habe ich mich entweder durch die Bewerbungsfotos auf dem Karrieretag oder durch meine Tätigkeit als Bearbeiter von Bildern genug profiliert, um ein Jobangebot zu bekommen. Bisher wurde ich nur gefragt, ob ich Lust hätte als Fotograf für die NMBU zu arbeiten und dann jeden Dienstag (warum so oft?) Fotos von Angestellten im Fotostudio zu machen. Mit dem ganzen Equipment muss ich dann selbst zurecht kommen, aber das kann ich. Das wäre vermutlich ein Job, der nicht so viel Arbeit bedeuten würde, nur einmal die Woche ist und damit ideal als Studentenjob für mich sein könnte. Außerdem bezweifele ich, dass es groß Konkurrenz geben wird, da ich scheinbar einer von dreien bin, der mit solchen Equipment hier umgehen kann und das Angebot von einem von denen bekommen habe, da er keine Zeit dafür hat. Ich habe nicht erwartet, dass ich mal so eine gute Chance auf einen Job durch mein Hobby quasi geschenkt bekomme! Mal abwarten, wie sich das alles entwickelt. Wäre auf jeden Fall toll, wenn es zu Stande käme.

Unitechnisch habe ich zwei Abgaben im November, wo ich aber gut am Ball bin. Dazu kommen noch ein Paar wöchentliche Aufgabenzettel über Umweltchemie und dann fängt Anfang Dezember schon die Klausurenphase an. Das schlechte ist: Es fühlt sich an, als ob ich viel zu wenig Zeit hätte. Das Gute ist: Das habe ich schon oft gesagt und mich immer kräftig verschätzt. Ich kann nicht besonders gut mit der Art von Stress umgehen. Ich weiß nicht, ob man das im Berufsleben in allen Jobs so hat, aber in der Uni ist die Arbeit nie vorbei. Das bedeutet, dass man nicht nur hingeht, was tut und wieder zurück kommt, sondern das meiste der Arbeit erst los geht, wenn man wieder zu Hause ist. Jetzt habe ich zum Beispiel bis Donnerstag Zeit, meinen Umweltchemie Aufgabenzettel zu lösen, treffe mich aber schon am Mittwoch mit meiner Gruppe aus Bodenkunde, um Fortschritte in unserem Bericht zu besprechen und habe gleichzeitig noch eine eigene Aufgabe, bei der ich ein Poster über die Gefahren von Mikroplastik erstellen muss. Man kann sich natürlich eine tägliche Zeitgrenze setzen, nach der man nicht mehr daran denkt, um nicht allzu gestresst zu sein. Da kann ich nur sagen: Viel Glück. Wenn das ganze alltägliche Leben davon bestimmt wird, denkt man immer, dass man aber noch mehr tun sollte und ist bei jeder Pause kritisch, ob man nicht arbeiten sollte. Dass die Arbeit sich dabei oft von früh morgens bis spät abends oder nachts erstreckt, macht das einlegen von Pausen leider nicht einfacher, wie man denken könnte. Dann ist man schon so in dem konstanten Arbeitsfluß drin, dass man eigentlich ein paar Tage Pause gebrauchen könnte. Zum Beispiel am Wochenende. Da könnte man aber auch Hausarbeit und liegen gebliebene Uni-Arbeit aufholen. Oder nicht nur das Pensum erfüllen, sondern schonmal etwas für die Klausuren lernen. Und dann ist wieder Montag. Ohje. Für das Cliché der faulen Studenten verweise ich auf diejenigen , die bei fast jeder Party von UKA dabei waren. Wie die das alles managen ist mir ein absolutes Rätsel. Falls sie das managen. Ok, ich komme vom Thema ab.

Das klingt nach dem letzten Absatz ein bisschen komisch, aber es ging ja darum, dass man eigentlich schon genug Zeit hat, aber es schwer ist, abzuschalten oder den Stress gut zu managen. Kommendes Wochenende besuchen Johanna und ich Christopher (Kumpel aus Göttingen) in Bergen. Dort macht er gerade ein Erasmussemester (Studentenaustausch). Zudem hat Johanna Bergen noch nie gesehen und für mich ist es die einmalige Chance ihn hier in Norwegen zu besuchen. Nach Weihnachten ist er weg und bis dahin wird es nur stressiger. Also jetzt oder nie. Ástros (Freundin aus Göttingen) kommt sogar auch per Flugzeug vorbei, sodass wir die alte Kerngruppe aus Göttingen hier wiedervereinen können. Das wird sicher super gut!

Johanna und ich sind immer noch fleißig dabei Sport zu machen. Zum Glück ist das Trainingcenter so nah dran, dass man weder von der Anreise demotiviert wird, noch zu viel Zeit dabei verliert. Ich muss sagen, dass ich mich schon körperlich außer Form fühle. Also ich habe ja schon gute Ausdauer etc., aber ich war auf jeden Fall mal trainierter und das gefällt mir gar nicht gut. Mein Ziel ist es eigentlich meinen Körper so fit zu halten, dass ich gesund älter werde. Durch Training kann man ja einigen Sachen vorbeugen und das ist auch mein Ziel. Außerdem macht es auch Spaß und ist eine willkommene Abwechslung zum Uni-Alltag.

Wir haben hier in Ås einen Laden, der abgelaufenes Krams von anderen Läden verkauft. Der Gedanke dabei ist, Lebensmittel, die noch gut sind, für weniger Geld anzubieten und insgesamt weniger Essen wegwerfen zu müssen. Gestern habe ich dort eine Art Großeinkauf getätigt indem ich 10kg Haferflocken gekauft habe. Die Verkäuferin fand es toll, dass ich immer nur gesunde Sachen dort kaufe, was ich ganz süß fand. Aber es stimmt: Durch wahnsinnige Alokoholsteuern, Zuckersteuer und was sich die Norweger nicht noch alles ausgedacht haben, ernähre ich mich tatsächlich gesünder. Ich würde zum Beispiel schätzen, dass mein Alkoholkonsum höchstens 1/10 von dem ist, wie es in Deutschland der Fall war. Es ist natürlich nervig, dass dadurch auch einem entspannten Wochenendbier oder so eine Hürde in den Weg gestellt wird, aber insgesamt lebe ich gesünder. Ganz davon ab, dass man durch vegane Ernährung eh nur die Wahl von Gemüse mit anderem Gemüse hat. Aber das soll keine Beschwerde sein; es ist erstaunlich was für leckere Sachen man damit zaubern kann!

So, jetzt wird es aber Zeit Frühstück für Johanna zu machen, die bis halb vier nachts für UKA arbeiten musste. Bis denne!

Wir lernen Norwegisch: Alltag – en hverdag; alltäglich – hverdagslig

Ist es schon wieder so lange her?

Es ist schon wieder etwas her seit dem letzten Eintrag. In der Zwischenzeit hatte ich viel zu tun. Hauptsächlich mit der Uni, aber auch mit freiwilligen Tätigkeiten im NMBU fotoklubb und bei dem Kulturevent, das den ganzen Oktober lang geht (UKA i Ås). Was wir natürlich nicht wussten ist, dass nur die jenigen Freiwillige werden, die nicht wissen, was das bedeutet. Ich muss “nur” zwei Events fotografieren und eine Woche lang Bilder bearbeiten, aber andere haben 3-5 Schichten, die jeweils bis zu 13 Stunden lang sind. Als “Auszahlung” gibt es günstigeren Eintritt zu Parties, sodass man nur noch 18 bezahlen muss, um überhaupt rein zu kommen. Was für ein Schnäppchen! Naja, die haben es gut angeworben und damit einige in die Falle gelockt. Immerhin lernt man ein paar Leute kennen. Allerdings sind vermutlich alle irgendwie pissig, dass sie um die 40 Stunden arbeiten und nichts dafür bekommen. Dafür habe ich einen Job abgesahnt, bei dem ich Bewerbungsfotos bei unserem Karrieretag gemacht habe. Das waren insgesamt 12 Stunden Arbeit für 3000 NOK, die ich allerdings noch nicht bekommen habe. Ich habe überlegt einen Gastartikel in unserer Studentenzeitung Tuntreet über diese fragwürdige Anpreisung von so viel Arbeit, ohne dass man es vorher weiss, zu schreiben.

Die Uni hier hat eine andere Struktur, wenn es um den Alltag geht. Ich habe hier das Gefühl, viel mehr zu lernen, was aber auch daran liegen sollte, dass es dauerhaft etwas zu tun gibt. Es liegen immer irgendwelche Projekte an, welche eine oder einige wenige Wochen Zeitfrist haben. Diese überschneiden sich gerne miteinander, zusätzlich zu den Vorlesungen und dem Fakt, dass man sich dummerweise für UKA freiwillig gemeldet hat. Jedenfalls haben wir hier ein Fach, das ähnlich zu einem in dem deutschen Master ist, den ich angefangen hatte, allerdings fast nur auf chemischen Erklärungen beruht. (Ich habe wenig Ahnung von Chemie(gehabt)). Dadurch ist es komplexer für mich, allerdings fühlt es sich auch so an, als würde ich verstehen, was wirklich vor sich geht ist, anstatt dass ich es nur mehr oder weniger auswendig lerne. Also gibt es viel zu tun, besonders nächste Woche, wo Freiwilligentätigkeiten als Fotograf und Bildbearbeiter (inkl. Deadlines) mit einem Gruppenreport, Gruppentreffen, einer Posteraufgabe, einer Caseaufgabe (die hat mich letztes Mal alleine vier Tage in Schach gehalten) und der üblichen Uni kollidieren. Montag fotografiere ich ab 22Uhr ein Konzert von Sondre Justad (auf das ich mich freue), was ca. bis drei Uhr nachts geht. Um 8Uhr geht dann die Uni los und da ich gleichzeitig Bildbearbeiter bin, ist um 11Uhr die abgabefrist für die Bilder. So eine Woche wird das.

Um von dem rumgenöle weg zu kommen, habe ich hier mal eine Karte von unserer Gegend gemacht:

Ich hoffe, dass man erkennen kann, dass es höchstens ein Kilometer zur Uni ist und das Sportcenter sogar auf dem weg liegt. Johanna und ich haben beide angefangen dort Sport zu machen, da es für einen Einheitspreis von rund 20 im Monat von kletter/bouldern über Groupfitness, Fußball bis zu Krafttraining alles bietet. Für mich ist es mal wieder Zeit ein paar Gewichte zu heben, nachdem ich gehört habe, wie gesund es ist und gleichzeitig genau so gut gegen Depressionen ist, wie Antidepressiva (nicht, dass ich deprimiert wäre, aber es schadet ja nicht – besonders mit der dunkelen Jahreszeit vor der Tür). Zusätzlich haben sie Laufbänder, sodass ich joggen kann, ohne mich jedes Mal zu erkälten, wie es sonst bei mir im Winter üblich ist.

Ohja, ich habe es endlich geschafft, mich polizeilich registrieren zu lassen, was mich meiner Personennummer ein bisschen näher bringt. Im besten Fall habe ich sie sogar vor 2019. Ich zweifele den offiziellen Zeitrahmen von 8 Tagen, den man hat, etwas an, aber so schlimm ist es ja auch nicht, wenn man dann 142 Tage zu spät dran ist.

Wir lernen Norwegisch: Jeg er stresset. – Ich bin gestresst.