Laborarbeit

Seit ich wieder in Ås bin, wollte ich gerne etwas für meine Masterarbeit machen, ohne zu wissen, wie viel Arbeit das ist. Also habe ich im Forschungszentrum nachgefragt, ob ich schon anfangen kann zu arbeiten. Direkt am nächsten Tag habe ich angefangen und bin seit dem jeden Tag so 5 – 9 Stunden dort, um Pre-Tests zu machen, also um sicher zu stellen, dass das eigentliche Experiment auch ordentlich wird. Da habe ich mich wohl mit den Ferien zu früh gefreut. Allerdings macht es Spaß dort zu sein, da quasi alles neu ist, aber zu einem guten Teil auf meinem Studiums-Wissen beruht. Ist wirklich spannend! Bisher habe ich die Eigenschaften des Bodens untersucht, den wir benutzen werden und geschaut, welche Futtermischung die Regenwürmer bevorzugen, die im Experiment dann evtl. Mikroplastik weiter zerbrechen. Vermutlich spannender, wenn man selbst involviert ist.

Ansonsten mache ich Sport, ein paar Fotos und versuche ein bisschen runter zu kommen (nicht so einfach, wenn man eigentlich noch arbeitet). Johanna hat im Juni einen Blockkurs, der zeitlich vollkommen über die Stränge schlägt. Gestern war sie 14,5 Stunden in der Uni. Zwischen Ende des einen und Beginn des anderen Tags lagen dann 8 Stunden. Meine Güte… Naja, aber deshalb ist dieser Monat zwar eigentlich frei, aber eigentlich mehr ein bisschen wie Urlaub im Gulag. Aber das geht auch vorbei und ist (zumindest für mich) ganz ok. Dafür freuen wir uns schon auf den Juli, wo wir dann Ferien mit den anderen machen und wirklich komplett frei haben.

Bei dem Foto habe ich mich an neuen Techniken geübt und bereite mich quasi auf den “richtigen” Sommer vor. Das ist übrigens das Gebäude, in dem ich meistens Uni habe. Und apropros richtiger Sommer: Während in Deutschland scheinbar 30°C sind, haben wir hier 10 und Dauerregen. Also für unseren Monat passt es eigentlich ganz gut und man schmilzt nicht vor Hitze, passt also.

Heute fühle ich mich ein bisschen krank, weshalb der Blog vermutlich nicht hochqualitativ ist. Wird später wieder besser.

Sommerferien – yes!

Halleluja, Klausuren sind vorbei und für mich stehen Ferien an! Das einzige, was jetzt zu tun ist, ist die Vorbereitung für die Masterarbeit. Vermutlich werde ich ab Montag mit der Zubereitung der Bodenproben helfen (das Plastik in denen soll ggfs. von Bakterien zersetzt werden). Dann geht es entweder im Juni oder August nach Berlin. Mehr habe ich in den nächsten drei Monaten nicht als Aufgabe. Herrlich!

Nachdem ich in meinen Klausuren bisher nur gute Noten abgesahnt habe (sowas ist ja Neuland für mich), sind Johanna und ich noch am selben Tag nach Oslo gefahren, wo wir Johannas Opa und seine Freundin besucht haben. Die beiden sind immer interessante Gesprächspartner und meiner Meinung nach untypische Großeltern im positiven Sinne. Den nächsten Morgen ging es in aller Früh per Zug nach Trondheim. Auf dem Weg wurde ich daran erinnert, wie schön Norwegen doch ist – und wie kalt, weil teils noch Schnee liegt. In Trondheim haben wir direkt am nächsten Tag gehandwerkert. Johannas Bruder will seinen Dachboden isolieren, wo wir einen Tag lang mit angepackt haben. Das war eine schne Abwechselung zum Pauken am Schreibtisch.

Es war auch sehr schön, die Familie mal wieder zu sehen. Ich kann nicht fassen, dass es 10 Monate her war, seit ich das letzte Mal in Trondheim war. Im Vergleich zu Ås und Oslo ist Trondheim wirklich hübsch, dort hat man irgendwie mehr das Gefühl in Norwegen zu sein, als hier, wo es eine Mischung aus Landwirtschaft und Großstadt ist. Leider hatte ich keine richtige Chance Bilder zu machen. Es war auch gut, mal an nichts zu denken und einfach ein bisschen zu sein.

Nach dem Handwerken sind wir am folgenden Tag zu einem dugnad in Melhus geradelt (1h von Trondheim), wo wir ein paar Stunden lang Grünkohl gepflanzt haben. Das war auch schön, allerdings hatte ich danach Rücken – hatte mich wohl zu lange nicht bewegt. Allerdings hatte ich dabei ein Mountainbike, was meine Lust auf mountainbiken wieder erzündet hat. Da ich mir sowieso eins holen wollte und ich jetzt ja viel Freizeit habe, werde ich jetzt versuchen mir ein gebrauchtes zu kaufen. Ich fahre sogar gleich los, um mir ein vielversprechendes anzugucken.

Den Rest der Zeit haben wir genutzt, um in Trondheim spazieren zu gehen, ein paar Großstadteinkäufe zu erledigen (Sachen, die man “aufm Dorf” nicht bekommt), viel mit Johannas Katze zu kuscheln, Brettspiele zu spielen und zu lesen. Johanna ist jetzt noch in Trondheim, kommt aber auch bald zurück nach Ås, muss aber Montag mit der Uni für eine Woche weg. Da passt es sich dann auch gut, wenn ich mit Bodenproben und mountainbiken (+ fotografieren) beschäftigt bin. Außerdem habe ich wieder angefangen zu trainieren, was ich wegen der Klausurenphase mit leichter Krankheit sein gelassen hatte. So kann es gerne weiter gehen!

PS: Ich will die Tage das Video von meiner 700-Etagen Challenge schneiden.

Mai

Seit dem letzten Blogeintrag ist viel Zeit verstrichen, viele Dinge sind passiert und einiges steht noch aus. Ich habe die 700 Etagen an einem Tag erklommen, war in Deutschland und habe meine erste Klausur geschrieben. Während in meinem letzten Eintrag noch ein Bild von Schnee zu sehen ist, hatten wir inzwischen schon eher T-Shirt Temperaturen.

Kurz nach den 700 Etagen sind Johanna und ich nach Deutschland geflogen, wo wir bei meinen Eltern und Freunden in Göttingen waren. Wir sind hier bei grob 0°C losgeflogen und bei 20°C angekommen, was eine ganz schöne Überraschung war. Insgesamt war es schön, wieder in Deutschland und auch Göttingen gewesen zu sein. Allerdings war das Ganze auch irgendwie hektisch, da ich versucht habe, möglichst viele Freunde zu sehen, während ich dort war. Hat sich aber gelohnt.

Seit wir zurück in Ås sind, gab es einfach unglaublich viel zu tun. Ich habe prinzipiell durchgearbeitet, da sich mindestens immer zwei Abgaben/Fristen überschnitten haben. Zuerst mussten wir in zwei Tagen beide eine Abgabe komplett schreiben. Da wir von früh morgens bis nachts durchgearbeitet haben, hat das auch geklappt. Johanna hatte danach nicht mehr viel zu tun, ich  aber noch mehr. Zum Beispiel musste ich einen Feldkursbericht mit 5 anderen schreiben, während ich eigentlich vollzeit mit einer Modellierung von Grundwasser beschäftigt war, zu der ich auch noch einen Abschlussbericht schreiben musste. Gleichzeitig habe ich noch drei verschiedene Vorträge vorbereitet. In dem “fortgeschrittene Hydrogeologie” Modul gab es dann rund 2 1/2 Tage, um sich für die Klausur vorzubereiten, welche heute war. Während all das geschah, musste ich mich außerdem noch mit meiner Masterarbeit auseinandersetzen, da wir am 15.05. alle einen offiziellen “Vertrag” dafür einreichen müssen. All das, was oben beschrieben wurde hatte auch (Abgabe)fristen, die innerhalb von 6 Tagen voneinander lagen. Dieses Mal habe ich den Streß ein bisschen besser unter Kontrolle gehabt, aber trotzdem seit 2-3 Wochen nicht mehr vernünftig geschlafen. Das heisst auch, dass ich die ganze Zeit müde und unkonzentriert war (und sehr emotional). Also es gab schon ein paar Perioden, wo ich am liebsten einfach aufgegeben und lange, lange geschlafen hätte. Am Ende habe ich mich aber zusammengerissen und alles geschaft. Von hier an ist es weniger Streß, aber eben immer noch mitten in der Klausurenphase. (Meine Prüfung heute lief gut, denke ich.) Wann ich die Datenerhebung für meine Masterarbeit anfange und wann ich dafür nach Berlin reise ist immer noch unklar, aber wir kommen dem Ziel näher.

Nach dem ganzen Chaos bin ich erstmal froh überhaupt frei zu haben. Wir wollten eigentlich einen Urlaub in Norwegen mit meinen Eltern machen, aber durch zu viel hin und her mit der Uni ist nichts daraus geworden. Dafür kommen ein paar Leute aus Deutschland für einige Tage vorbei. Da sie Johannas Eltern nicht unbedingt treffen müssen und sich sehr spontan frei nehmen können, ging das leichter zu planen. Darauf freue ich mich auf jeden Fall! Manchmal vergesse ich ganz, in was für einem schönen Land wir eigentlich wohnen, weil unsere Gegend hier recht landwirtschaftlich geprägt ist und wir prinzipiell nur zur Uni und zurück gehen. Sobald ich mit den Klausuren durch bin möchte ich mich mal ein bisschen in der Gegend umgucken und Landschaftsfotos machen. Meine aktuelle “Landschaft” sieht übrigens so aus:

 

Lasst euch nicht von dem hellen Licht am Fenster täuschen, unsere Wohnung ist immer so dunkel, dass man elektrisches Licht braucht. Ok, damit lasse ich es erstmal gut sein. Nach den Klausuren habe ich sicher endlich mal wieder spannendere Dinge zu berichten. Bis dahin muss ich aber weiter pauken.

Kleine Pause

Jetzt habe ich ungewöhnlich viele Wochen an Blog übersprungen. Grund dafür ist, dass ich lieber dann schreiben möchte, wenn es wirklich etwas zu berichten gibt und die Einträge sonst aufspare. Jetzt ist auch nicht überwältigend viel passiert, aber jetzt lohnt sich ein Blogpost wieder mal.

Zwischendurch war der Winter kurz zurück, aber jetzt sind wir auch auf Kurs in Richtung Frühling. Jetzt muss ich auf dem Weg zur Uni keine Angst mehr haben, auszurutschen und auf meinem Laptop zu landen, yay!

Das bezahlte Fotoshooting lief sehr gut. Die waren vorbereitet, ich war vorbereitet und so konnte ich schnell gute Arbeit abliefern und mir ein bisschen was dazu verdienen. Ansonsten habe ich leider nicht so viel fotografiert, da ich einiges mit der Uni zu tun hatte. Diese Woche habe ich mich z.B. auf ein Stipendium beworben, welches die Kosten meiner Masterarbeit decken könnte (also den Besuch in die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Berlin. Außerdem gab es wieder einige Abgaben, eine Heimklausur usw. Gerade bin ich mit den Pflichten der Woche durch und fühle mich sehr gut damit, aber bald stehen wichtigere Abgaben an, für die ich noch mehr tun muss. Zuerst wirkt das immer so, als könnte man das gar nicht alles bewältigen, aber irgendwie klappt es ja doch immer.

Wir waren auf dem Klimastreik in Oslo(23.3.), wo  15000 Leute, vorwiegend junge, für grünere Klimapolitik gestreikt haben. So eine Menschenmasse ist schon wirklich beeindruckend. Leider wirkt es so, als ob das von der Regierung nicht richtig ernst genommen wurde. So ist es wohl überall. Schade.

Kommende Woche hat Johanna Geburtstag, was bestimmt schön wird. Ich habe mir etwas überlegt, was ich aber im Voraus natürlich nicht verraten kann. Danach fährt sie ein paar Tage Freunde, Familie und Katze in Trondheim besuchen, während ich in Ås bleibe und hoffentlich fleißig für die Uni bin. Ich habe auf jeden Fall einen Ausflug in Hydrogeologie, bei dem wir ein bisschen in der Erde stochern und dann ganz schlaue Folgerungen treffen werden.

In nicht all zu ferner Zukunft steht dann der Besuch in Deutschland an, bei dem wir beide in 10 Tagen versuchen möglichst viele Leute zu treffen, was in stressigem Chaos enden könnte, aber trotzdem schön wird. Direkt danach steht der Endspurt des Semesters an – dann wirds wieder spaßig. Aber danach habe ich tatsächlich drei Monate frei. Ggfs besuche ich da Berlin und bereite mich sonstig auf meine Masterarbeit vor, aber erstmal klingt das ja nach wahnsinnig viel Freizeit.

Gerade tut es wirklich gut längere Tage zu haben und ein bisschen die Sonne auf der Haut zu spüren. Ich bin ja eigentlich ein Winter-Mensch, aber dieses Mal freue ich mich schon auf den Sommer. Johanna und ich versuchen beide in Form zu kommen, und dann an dem Halbmarathon/10km Lauf auf Smøla teilzunehmen. Für mich persönlich steht demnächst erstmal die Herausforderung an, 700 Etagen an einem Tag zu erklimmen. Das ist eine Challenge, die in meine Fitness App eingebaut ist und mich irgendwie angelockt hat. Wenn das geschafft ist, kann ich über die 100,000 Schritte an einem Tag nachdenken. Das ist dann vielleicht etwas für die Freizeit im Sommer.

Frühlingsanfang?

Offiziell ist es natürlich noch nicht Zeit dafür, aber die Temperaturen sind hier in rund zwei Wochen von -16 auf +11°C gesprungen und das wohl nicht nur kurz. Als ‘Umweltwissenschaftler’ ist das im Februar bedenklich, aber darum soll es hier nicht gehen. Stattdessen werde ich meinen Tagesablauf grob schildern und anschließend spannende Neuigkeiten berichten. (Das klingt mehr wie ein Abstract, als ich es eingestehen will.)

In der Woche wird um 7.15/8 Uhr aufgestanden, am Wochenende um 9 Uhr. Einerseits hat man so einen gleichmäßigen Tagesrhythmus, andererseits habe ich eh keine Wahl, da die Uni meistens um 8 anfängt. Da ich kein besonderer Morgenmensch bin, wird das morgens knapp getaktet. Die beiden Hydrogeologiekurse sind total kaotisch geplant, sodass ich jeden Tag, auf dem Weg zur Uni, nachgucken muss, wo ich eigentlich genau hingehe. Klappt aber meistens. Nachdem das vorbei ist gehe ich entweder zu Bodenkunde oder zu einem Statistik-Begleitkurs (R). Um 12/14/16 Uhr wieder zu Hause angekommen gibt es eine kurze Pause und anschließend muss ich in der Regel Aufgaben lösen, Berichte schreiben, Vorträge vorbereiten, wissenschaftliche Artikel lesen usw. Unter Umständen gibt es dann noch ein Gruppentreffen, da wir in Bodenkunde sehr häufig Artikel präsentieren müssen (diesen Dienstag hat er uns gesagt, dass wir am Donnerstag einen 20-seitigen wissenschaftlichen Artikel am Donnerstag in einem 15min Vortrag präsentieren müssen – der nächste Vortrag im selben Fach ist Dienstag). Anschließend geht es entweder zum Sport oder ich nehme mir eine kleine Auszeit. Danach wird entweder gekocht, oder äh… nicht. Je nachdem wie akkut der Arbeitsdruck ist, mache ich dann mit Unikrams weiter. Bisher bleibt das aber zum Glück meistens aus. Stattdessen gibt es Brettspiele, Eis, TV sehen etc. Dann lerne ich noch kurz norwegische Vokabeln und gehe so um 23 Uhr ins Bett.

Das Studentenleben in Deutschland war selbst in der Klausurenphase nicht wirklich anstrengender als der Alltag hier. Dafür lerne ich mehr und habe eine strukturiertes Leben, was auch ganz schön ist. Allerdings merke ich den Streß schon in so fern, dass ich ab und an Schlafstörungen deswegen habe, was laut neuen Studien ungefähr 30-40% der Studenten so geht. Ich finde dieser Anteil sagt etwas über die psychische Belastung aus. Allerdings ist auch das mit gekonnten Pausen und ein wenig Sport irgendwie machbar. Und ab und zu fühlt man sich stolz, wenn man sieht, was man eigentlich geschafft hat.

Wie ihr auf dem Foto erkennen könnt, ist der Schnee auch hier im Norden fast weg. Während er geschmolzen ist, habe ich jetzt offiziell das Thema “Was passiert mit Mikroplastik im Boden und Kompost?” als Masterarbeit angemeldet. Dafür werde ich Bodenkunde, analytische Chemie und Mikrobiologie anwenden. Da ich keine Ahnung von Mikrobiologie habe, arbeite ich mit dem biologischen Institut NIBIO zusammen. Die wollen mich gerne (im Juni – noch nicht sicher) nach Berlin schicken, wo die Experten für die Thematik sitzen. Die ganzen Details sind aber noch etwas in der Schwebe.

Außerdem werde ich am Montag mal wieder bezhalt fotografieren – Bilder für eine Studentenvereinigung. Scheinbar habe ich dem Fotoklubb genug Staub aufgewirbelt, damit ich jetzt mit in dem Vorstand bin. Also kann ich Aktivitäten vorschlagen, ein paar Sachen organisieren und mich vorallem mit den symphatischen und engagierten Leuten sozialisieren. Das passt dann vermutlich gerade noch so in den bereits vollen Zeitplan, aber es ist ja auch etwas, wofür ich wirklich Feuer und Flamme bin.

 

Der Frühling kommt?

Wir haben es geschafft uns endlich ein bisschen zu sozialisieren. Dieses Wochenende waren wir mit dem Hundeklubb der NMBU unterwegs, wo ein paar Leute vom Fotoklubb Bilder von den Hunden machen sollten. Dabei haben wir symphatische Menschen getroffen, was ja etwas besonderes ist – Menschen treffen allgemein. Auf Parties haben wir es allerdings noch nicht geschafft, teils aus Motivationsmangel und teils wegen Ausfall der Party. Diesen Mittwoch soll es aber eine neue Gelegenheit geben. Wer weiß, wer weiß. (Ich bin übrigens sehr zufrieden mit meinen Hundefotos – ihr hättet sehen müssen, wie das knipsen vor sich ging.)

Seit dem letzten Blogeintrag ist der Schnee deutlich geschmolzen, sodass kaum noch etwas da ist. Angeblich ist der Winter jetzt mehr oder weniger vorbei. Zumindest der schöne Teil, in dem es Schnee und Skitouren gibt. Jetzt hat der graue, nasse und irgendwie eklige Teil begonnen. Dafür kann man aber wieder vernünftig zu Fuß gehen, ohne jeden Tag hinzufallen.

Rein stresstechnisch ist alles schon wieder in voller fahrt. Ich mache, wie letztes Semester 35 Credits, also 5 mehr als Soll ist. Hydrogeologie und Bodenkunde (lokale und globale Umweltbelastung) sind auf Master-Niveau und dann habe ich nochmal Hydrogeologie und ein Fach, das einen auf die Masterarbeit vorbereiten soll. Also insgesamt wieder viel Stress. Bodenkunde allein sind 5 Vorträge, 5 wissenschaftliche Artikel (lesen), 5 Aufgabenblätter, sporadische Extraaufgaben, 4 Wochenstunden, in denen man immer aktiv am Ball bleiben muss und eine mündliche Prüfung zum Schluß. Alle Aufgaben sind Gruppenaufgaben, so dass wir uns zu fünft koordinieren müssen. Das war Fach 1 von 4. Also viel, viel zu tun. Nebenbei wird natürlich die Masterarbeit organisiert, denn das muss auch bis ende Februar passiert sein.

Auf der positiven Seite herrscht wieder ein Alltagsrhythmus, in dem wir zumindest die Abende (noch) regelmäßig frei haben. Mit ein bisschen zeitlicher flexibilität bekommt man es auch noch hin zum Sport zu gehen. Langsam merke ich ein bisschen was davon, Gewichte zu heben. Aber man selbst merkt sowas natürlich auch am schnellsten. Wenn noch ein bisschen mehr Schnee schmilzt, kann ich auch wieder joggen gehen. Das ist gut, denn Johanna, ihr Vater und ich wollen bei dem Wettlauf teilnehmen, der im Sommer wieder auf Smøla stattfindet. Falls ihr euch erinnern könnt – das waren entweder 10 oder 21,5km. Da kann man ein bisschen Training gebrauchen. Seit ich gehört habe, dass körperliches Training nicht nur den Körper selbst, sondern auch den Geist fit hält (und z.B. auch das befinden maßgeblich beeinflussen kann), bin ich noch motivierter mich zu bewegen.

Freunde haben wir leider noch nicht so richtig gefunden. Das eine Mal dachten wir, wir könnten die eine Freundin von Johanna (inkl. Freund) zum Brettspiele Abend einladen, aber das ist auch schon wieder drei Wochen her und die Chips und Getränke stehen langsam eingestaubt in der Ecke. Aus dieser distanzierten Haltung der Norweger (zumindest was so etwas angeht) habe ich aber gelernt, dass es wichtig ist, sich nicht zu sehr darauf zu fokussieren, da es sonst nur in Frust endet. Stattdessen sollte man quasi mit dem flow gehen, dann läuft alles besser. Wir haben die Zeit jetzt genutzt, um eine isländische Krimiserie zu gucken und Brettspiele zu spielen. Außerdem lerne ich wieder aktiv norwegische Vokabeln, da ich jetzt eine gute App dafür gefunden habe (Memorion – Android exklusiv). Zusätzlich lerne ich hier und da ein bisschen Isländisch mit einer anderen App, da ich endlich eine entdeckt habe, die es anbietet (danke, Alexa – nein, nicht Amazon Alexa). Noch klappt das alles zeitlich. Später ändert sich das dann. (Auf dem Bild spielen wir Terraforming Mars.)

Zuletzt wollte ich noch fragen, wie ihr die Qualität von dem Blog so findet. Im Idealfall sollte man so einen Text ja planen und strukturieren, aber in der Realität wollte ich seit Freitag einen Eintrag schreiben -habe aber einfach keine Zeit gefunden. Sind euch das zu viele langweilige Beschreibungen, zu viel pures up-to-date halten, zu viele Thema-Entgleisungen oder ähnliches? Soll ich vielleicht ab und zu ein paar Dinge, die ich gelernt habe (falls sie interessant sind) kurz und verständlich erklären? So wie hier? Lasst mich das gerne wissen, denn an dem Inhalt kann ich eher etwas machen, als an zeitaufwändigen Planungen der Struktur. Danke an alle, die jetzt noch lesen!

Hytteferie i Nordmarka

Endlich war es soweit: meine Kenntnisse als Skiprofi waren gefragt. Da ich durch meine zahlreichen Stürze mit allen Wassern gewaschen war, habe ich der Herausforderung standhalten können. Oder mit anderen Worten: Wir waren mit Johannas Eltern und Opa ein Wochenende lang in einer Hütte, irgendwo im Wald zwischen Oslo und Hønefoss. Dort führen keine Straßen hin, zumindestens nicht direkt. Angereist sind wir per Bahn, Auto und Ski. Ok, der Abschnitt auf den Skiern war vielleicht einen Kilometer lang, aber der Gedanke zählt in diesem Fall. Johannas Eltern sind von Oslo aus auf Skiern gekommen. Hier die grobe Reiserute:

Auch wenn es sich als sehr langwierig erwiesen hat, am Freitag Nachmittag aus Oslo herauszukommen, hat sich das ganze Warten im Stau gelohnt. Wir sind im starken Schnee treiben mit Rucksäcken, Kopflampen und auf Skiern durch den Tiefschnee zur Hütte gegangen. Die relativ frischen Spuren, die Johannas Eltern hinterlassen hatten, sind durch das Wetter zum Teil schon komplett verschluckt worden. Endlich angekommen haben wir uns die Skier abgeschnallt, ich bin propmt bis zur Hüfte im Schnee versackt und wir sind in die vorgewärmte Hütte geflohen. Johannas Eltern waren schon dort und haben den kleinen Kamin angemacht, um zu wärmen. Das Innere hat die typische Gemütlichkeit und Geborgenheit, die man erwartet. Aber auch drinnen bemerkt man die Kräfte der Natur. Dort, wo nicht geheizt wurde (im Flur) war es eiskalt. Den ersten morgen sind wir dort aufgewacht und konnten unseren eigenen Atem deutlich sehen.

Am nächsten Tag sind wir eine Runde Ski gefahren, wobei ich mich sehr zufriedenstellend geschlagen habe. Danach haben wir gemütlich gelesen, gekocht und Karten gespielt. Letztens habe ich im Second-Hand Laden einen isländischen Krimi gefunden (auf Norwegisch), der keine Schutzhülle und damit keine Beschreibung mehr hatte. Ich fand die Idee toll, nichts über das Buch zu wissen und es einfach so zu lesen. Das hat sich bisher super gelohnt. Ich hatte gar keine Ahnung, was mich erwarten könnte und ich bin wirklich zufrieden damit. Jedenfalls war dieser Tag der einzige, an dem wir komplett dort waren. Den Tag darauf sind wir wieder abgereist. Was Johanna und mir nicht ganz klar war, war dass wir auf Skiern zurück nach Oslo fahren sollten. Nach ein bisschen hin und her diskutieren haben wir dann zugestimmt. Der Weg sollte 24km lang sein, war aber in wirklichkeit eher so 35-36km. Auf Skiern ist das vermutlich immer noch leichter, als zu Fuß, aber wir sind total kaputt angekommen und hatten auch nicht wirklich passende Kleidung oder nötige Ausdauer für das Ganze. Im Endeffekt haben wir es einfach durchgezogen und es irgendwie geschafft. Nach 6,5 Stunden, 5000kcal und vier Stürzen waren wir dann wieder in Oslo (siehe Karte oben). Zu meiner Überraschung konnten wir beide am nächsten Tag noch gehen. Aber in der Nacht haben wir auf jeden Fall früh, tief und lange geschlafen. Eigentlich schade, dass wir knapp an der Marathonlänge vorbeigeschossen sind. Die Hütte könnt ihr übrigens hier sehen:

Heute sind wir mit der zweiten Woche Uni durch und dennoch bereits total eingespannt. Ich habe mehr Vorlesungen als letztes Semester und diesmal kein Fach dabei, dass ich spontan als einfach bezeichnen würde (letztes Mal gab es eins). Aber mal sehen, wie sich das entwickelt. Erstmal wurde ich mit Hydrogeologie und gleichzeitig fortgeschrittener Hydrogeologie ins kalte Wasser geworfen, aber irgendwann habe ich sicher eine solide Basis und fühle mich sicherer. Außerdem habe ich noch mehr Bodenkunde, wo es um Umweltgifte und sonstige Verschmutzungen im Boden geht. Das sollte ja gut zu meiner Masterarbeit passen. Zu der habe ich noch keine weiteren Informationen. Aber Johanna und ich haben einen Kurs belegt, der einen auf die Masterarbeit vorbereiten soll. So richtig gelernt haben wir da noch nichts, aber dafür habe ich jetzt ein bisschen schiss davor. Keine Ahnung, ob das so gewollt ist.

Ansonsten bin ich immer so seltsam halb krank. An einem Tag geht es mir gut genug für Sport und dann brauche ich wieder 2-3 Tage Auszeit. So geht das seit Oktober. Vielleicht muss man da einfach drüber stehen, keine Ahnung. Möglicherweise hilft es, dass es derzeit etwas nach Schneeschmelze aussieht. Wir haben zwar gelernt, dass das erst im April wirklich passieren soll, aber heute Nacht soll es andererseits 5 Stunden lang Starkregen geben.

Wir haben außerdem die Bibliothek für uns entdeckt. Da leihen wir uns jetzt Bücher und Filme aus, bis es irgendwann wegen Unistress nicht mehr geht. Alle, die in Deutschland studieren, können sich mit der Menge der Arbeit wirklich glücklich schätzen. Ich habe mit einigen anderen Deutschen geredet und alle sind der Meinung, dass die Arbeitsmenge hier ein vielfaches von der üblichen deutschen ist. Apropros andere Leute: Wir haben immer noch keine richtigen Freunde gefunden. Johanna versteht sich sehr gut mit dem einen Mädel, aber wir versuchen jetzt seit einiger Zeit einen Spieleabend oder sonstiges zu organisieren – vergeblich. Es ist ein Trauerspiel. Der Fotoklubb trägt in der Hinsicht auch keine Früchte. Ich war auf einem Treffen und habe kontakscheue und teilweise einfach nur unsymphatische Menschen getroffen. Der neue Plan ist es, auf Partys zu gehen. Wer mich kennt, weiss, dass das eine extreme Maßnahme ist. Wünscht mir Glück!

Gut, dass man per Internet Kontakt mit Leuten halten kann. Per Xbox klappt das sehr gut. Außerdem ist es schön nicht alleine zu wohnen, wie anfangs in Göttingen. Das Fitnessstudio ist aich nebenan, was hilft. Das wird schon irgendwie klappen. Bis denne.

Wir lernen Norwegisch:

Finnes det en slags dating hvor man leter etter venner? – Gibt es eine Art Dating, wo man nach Freunden sucht?

Ski fahren lernen

Ok, ich fand es schon immer blöd Blogeinträgen, Bildern oder Videos Namen geben zu müssen. Die sollen einen motivieren, den Eintrag anzusehen, während sie in Wahrheit meistens schnulzig nervig, oder langweilig klingen. Jetzt aber zum Blog.

Auch wenn ich den Januar frei habe, habe ich versucht jeden Tag etwas produktives zu tun. Meine zwei großen Projekte dabei sind Ski fahren lernen und besser im Photos bearbeiten werden. Was Langlaufski angeht, habe ich mich tatsächlich deutlich verbessert. Von meinem ersten Anlauf mit meinen eigenen Ski habe ich sogar ein kleines Video gemacht.

Inzwischen bin ich noch ein bisschen besser geworden und bin damit ungefähr auf dem Niveau von dem durchschnittlichen Norweger, der komplett außer Übung ist und vielleicht eine künstliche Hüfte hat oder so. Jedenfalls habe ich wirklich viel Spaß damit. Außerdem ist es ein bisschen schwer hier raus zu kommen, was durch Skier wirklich einfach bleibt und hier auch ein soziales Erlebnis zu sein scheint. Ich habe letztes Mal meine Kamera mitgenommen und wurde von ein paar Leuten freundlich angesprochen. Sowas passiert in Norwegen sonst NIE, wie es scheint. Johanna und ich waren auch schon zusammen los, wo ich gemerkt habe, dass noch viel Raum nach oben ist, was Können angeht. Aber ich falle schon kaum noch hin, was ja positiv zu vermerken ist.

Anfang Februar fahren Johanna, ihre Eltern und ich ein Wochenende zu einer Hütte in der Nähe von Oslo, um dort Ski zu fahren. Ich bin mal gespannt, wie das so läuft, aber besser vorbereitet war ich auf jeden Fall noch nie.

Wie es aussieht, muss ich mir einen Reisepass von der Botschaft besorgen, um meine Bank richtig benutzen zu können oder die Bank wechseln zu können. Nagut, sowas ist ja inzwischen schon bekannt, aber ich bin erstaunt, dass ich monatelang versucht habe, solche Probleme zu lösen und es gefühlt unendlichen Nachschub gibt. Dafür bin ich aber auf einem guten Wege, mir ein Masterarbeitsthema zu besorgen. Mit meinem Betreuer habe ich schon geredet, jetzt werde ich am Montag aber noch mit einem Zweitbetreuer an dem hiesigen biologischen Forschungsinstitut (NIBIO) reden, um festzustellen, ob auch wirklich alles passt und was genau mein Thema denn eigentlich sein wird. Die Richtung steht aber schon fest und ist Mikroplastik in Sedimenten und Boden (‘mikroplast i sedimenter og jord’), was super interessant für mich klingt. Dazu gibt es noch recht wenig Forschung, aber ein paar Eckpunkte sind schon recht sicher, wie z.B. die Fähigkeit von Plastik, Umweltgifte zu binden und so vom Auflösen zu hindern. Das Ganze wird natürlich wieder viel Arbeit, aber das Thema klingt wirklich motivierend, finde ich.

Bevor ich es vergesse: Alle meine Noten sind jetzt bekannt und ich habe alles durchschnittlich bestanden, außer Bodenkunde, wo ich etwas besser war. Das bedeutet einerseits, dass ich in Umweltchemie (wo ich den langen ‘Spickzettel’ hatte) schlechter abgeschnitten habe, als erhofft, aber andererseits auch, dass ich Verwaltungsrecht genau so gut abgeschnitten habe, obwohl ich alles innerhalb von 4 Tagen gelernt habe und vorher nichtmal wusste, wie man solche juristischen Texte überhaupt schreiben soll. Schon mal gar nicht auf Norwegisch. Dabei habe ich auch eingesehen, dass ich eben kein 1er-Student bin, egal was ich tue. Sowohl die Gene, als auch der Fleiß ergeben wohl die Endnote. Es war etwas schwerer, wirklich zu verinnerlichen, dass lernen nicht jedem gleich schwer fällt und ich so oder so ein bisschen schlechtere Karten habe, aber auf der anderen Seite ist es sicher auch eine richtig gute Erkenntnis, dass ‘durchschnittlich’ gut genug sein muss. Es kann nicht jeder besser als die anderen sein. Und das ist auch gut so. Ich persönlich bin sehr zufrieden damit, dass ich mich hier auf einer fremden Sprache, in einem anderen Land mit anderen Ansprüchen ganz gut durchschlage. Wenn man nicht akzeptieren kann, dass man durchschnitt ist, dann ist man immer noch durchschnitt, aber zusätzlich noch unzufrieden.

So letztendlich noch ein bearbeitetes Foto von der Skitur. Falls man nicht offensichtlich sieht, dass es bearbeitet ist, fragt euch doch mal, ob es so aussehen würde, wenn man das Foto machen und direkt hochladen würde. Derzeit übe ich eine fotgeschrittene Technik und das hier ist mehr oder weniger noch die Testphase. Sobald ich bei eindrucksvolleren Landschaften bin, kann ich das wirklich austesten.

Ok, eine letzte Sache noch. Dieses Semester versuche ich sozialer zu sein und Leute zu treffen. Heute Abend gehe ich zu einem Treffen vom Fotoklubb und schaue mal, wie das so wird.

 

Wir lernen Norwegisch: en skitur – eine Skifahrt

Ende der Klausurenphase, Weihnachten und Neujahr 2019

Als erstes möchte ich erwähnen, dass der Blog jetzt hierher umgezogen ist. Dann ist er gleich mit meinen Fotos usw. an einer Stelle zu finden – außerdem gibt es auf der anderen Website ein paar Schwierigkeiten.

Es ist schon wieder lange her, seitdem ich das letzte Mal gepostet habe. Die Klausurenphase war wirklich deutlich härter, als alle anderen, die ich bisher an der Uni erlebt habe, weshalb ich froh war, konzentriert lernen zu können. Darunter hat der Blog dann natürlich gelitten. Meine letzte Klausur war am 19.12. und mein Flug nach Deutschland ging schon am 20.12.. Da hätte ich mir noch einen Tag Pause gönnen sollen, das war schon echt stressig. Zu Hause habe ich mich erstmal mit meiner Einkaufliste von Lebensmitteln etc. in die Stadt gemacht und die Sachen gekauft, die in Deutschland teilweise 10% von dem norwegischen Preis kosteten. Außerdem war es an der Zeit Freunde wieder zu treffen. Das ist ja deutlich schwerer und seltener geworden, aber dank des Internets ist immerhin digitaler Kontakt möglich, was mir auch wirklich gut tut. Besonders wenn ich daran denke, dass z.B. Igor auch im Ausland ist (Japan), sodass ich den Kontakt halten kann, obwohl einen 10000km trennen.

Weihnachten selbst lief halb stressig und hab entspannt ab, wie das eben immer so ist. Es gab viel zu tun, aber auch Zeit die Familie wieder zu sehen, Brettspiele zu spielen und endlich das Video von diesem Sommer auf Smøla zu schneiden. Hier ist es:

Ich hoffe, dass dadurch mehr Einsicht entsteht. Etwas zu sehen ist ja doch noch deutlich anders, als darüber zu lesen. Ich will jetzt natürlich nichts versprechen, aber theoretisch würde ich in der Zukunft ab und zu mal so ein Video machen. Mal schauen, wie das klappt.

Sylvester war ich in Hildesheim und habe noch mehr Freunde wieder getroffen. Kurz danach war 90. Geburtstag meiner Oma und dann ging es schon wieder nach Ås. Der Rückflug war ein bisschen unglücklich, da mein ganzes Flugzeug den Anschlußflug verpasst hat. Dann waren wir eine gute Gruppe, die alle sechs Stunden länger als geplant am Kopenhagen Airport gestrandet waren. Am Ende war ich dann um 5 Uhr morgens, statt 9 Uhr abends zu Hause. In dem Moment war das schon nicht so berauschend, aber sowas passiert wohl. Und die Fluggesellschagft hat mir 250€ erstattet (mehr als ich bezahlt habe – dazu gibt es scheinbar EU-Richtlinien). Also halb so wild.

Den Januar habe ich noch keine Uni, also technisch gesehen frei. Allerdings kümmere ich mich gerade um meine Masterarbeit, wofür wir jetzt schon ein Thema raussuchen sollen. Dabei kam jetzt die Komplikation auf, dass der Studienberater mir keinen Termin geben will, um das technische Problem zu lösen, dass ich meine Kurse nicht lösen kann. Vielleicht gehe ich den einfach unangekündigt besuchen. Muss ja wohl, leider. Auf der positiven Seite: Ich habe von Johanna und ihren Eltern Langlaufskier zu Weihnachten bekommen, sodass ich ordentlich trainieren kann und nicht mehr, wie sonst, eine zweistellige Anzahl an Stürzen zu verbuchen habe (beim ersten Ausflug waren es über 80 im Tiefschnee). Hier sind im Moment auch gute Minusgrade und genug Schnee und Loipen, um den Januar lang zu üben. So kann ich sicher auch irgendwann an gute Stellen für Landschaftsfotos kommen. Das ist nämlich meine Hauptaufgabe im Januar: Lernen Fotos noch besser und fortgeschrittener zu bearbeiten. So habe ich endlich die Zeit das zu tun und einen etwas produktiveren Januar.

Vielleicht kann ich ja von meinem Ski-Lernprozess ein Video machen. Sehen wir dann.

Wir lernen Norwegisch: å gå på ski – Ski laufen

PS: Der Song in dem Video ist übrigens ‘Friðrik Dór – Fröken Reykjavík’ und ein isländischer Popsong, wie der Name villeicht schon vermuten lässt. Erzählt das nicht der GEMA.

Noch mehr Fleiß

Seit letztem Mal, wo ich in Bergen war, ist der Winter auch bei uns angekommen. Zumindest zwischenzeitlich. Wir hatten rund -10°C, keinen Schnee, aber eine ständig dicker werdende Frostschicht auf Pflanzen etc. Obwohl es so viel kälter war, hatten wir viel Sonne und endlich keinen Nieselregen mehr, also gutes Wetter. Da war es wirklich herrlich rauszugehen! Jetzt ist leider der Nieselregen wieder zurückgekehrt und wir haben wieder “(nord)deutschen Winter”. Warum ich mich an so einem Detail aufhalte? Das ist so circa das Einzige, was groß passiert ist. Ich fühle mich immer noch leicht krank und habe richtig, richtig viel für die Uni getan.

Die Bilder stammen beide aus dem Wald direkt vor unserer Tür. Es ist wirklich unglaublich gut, zwischendurch mal rauszugehen, frische Luft zu atmen und die Natur zu genießen. Ich erinnere mich gar nicht mehr genau, wann diese Phase angefangen hat, aber seit einigen Wochen bleibt wirklich wenig Zeit, um überhaupt irgendwas zu machen, dass nicht lernen oder für die Uni arbeiten ist. Das liegt aber natürlich auch daran, dass ich freiwillig so viel lerne. Nach den ganzen Abgaben in Umweltchemie und Bodenkunde hat direkt (und ich meine noch am selben Tag) das große lernen angefangen. Klausur Nummer eins war Umweltchemie. Meine erste mündliche Prüfung auf Norwegisch, die kein Sprachkurs war (habe die Klausur vor vier Stunden gehabt). Die Note kommt in einer Woche – es lief aber soweit gut. Ansich ist das Thema super interessant, aber die Liste an Sachen, die wir können mussten, war echt am extremen Ende vom Spektrum. Was passiert denn mit Blei im Boden/Wasser, warum, was kann man dagegen machen und wo kommt es überhaupt her? Welche organischen Umweltverschmutzungen gibt es denn (Stichwort DDT), wo kommen die her und was machen die? Radioaktivität, was passiert da und wie beeinträchtigt es die Umwelt? Und Aerosole, CO2 in der Atmosphäre, Versauerung der Meere und des Bodens und warum und was genau passiert dabei und wieso verursacht Landwirtschaft eigentlich einen Großteil des Ozonlochs? Solche Fragen mussten wir alle vom großen Ganzen bis zu den einzelnen chemischen Reaktionen auf dem Kasten haben. Insgesamt gab es 18 Themengebiete, welche alle eher viele Informationen enthalten haben und sich nur selten etwas überlappt haben. Ich habe jetzt in 10 Tagen einen ganzen Stift leer geschrieben, einen halben Block voll und dann wollte ich mir noch einen Spickzettel als vorbereitende Übung zusammenstellen, der dann etwas eskaliert ist:

Kurzgesagt: Es gab da ein bisschen was zu tun. Also was heisst es gab – es gibt. Die nächste Klausur ist Donnerstag. Aber die wird nicht so heftig, wie diese hier. Der Aufwand hat mal wieder sehr wenig mit den Creditpunkten des Moduls zu tun.

Aber mal zu etwas positivem: Es ist schon Dezember, der Monat in dem der ganze Stress für eine kurze Weile pausieren wird und ich über Weihnachten nach Hause fliege. Johanna fährt zu ihrer Familie, sodass wir leider Mal ‘ne Zeit getrennt aushalten müssen. So kann ichg allerdings ein paar Sachen machen, für die sie keine Geduld aufbringen würde. Hauptsächlich denke ich daran, endlich die Videos von diesem Sommer ordentlich zu einem Video zu schneiden. Ich würde auch in der Zukunft gerne öfter Videos machen, eine Art Vlog. Besonders Stefan und Maschell haben mich dazu ermutigt und ich habe früher schon gerne Videos von meinen Besuchen bei Chris und Tim gemacht. Videos haben irgendwie eine intimere Dimension.

Wo wir gerade bei künstlerisch Wertvoll sind: Ich werde den Januar frei haben, da keines meiner Module vor Februar anfängt. Außerdem bin ich leidenschaftlicher Fotograf, sobald ich die Zeit dazu habe. Folglich habe ich mir überlegt, dass ich gerne eine Woche (oder so) im Januar verreise, um Fotos zu machen. Wohin genau muss ich mir noch recherchieren. Das wird eine Geld/CO2 Ausstoß Debatte mit mir selbst. Ich würde super gerne in den Norden reisen, um Nordlichter zu sehen. Zum Beispiel auf die Lofoten, Senja oder die Faröer (wo man einen lustigen hybrid aus Dänisch und Isländisch spricht). Wie genau man da unterkommen kann, kann ich nur erahnen, aber ich wohne “nah dran”, habe Lust und Zeit es zu machen und mir vielleicht mein Ziel zu erfüllen, Mal auf die Faröer zu reisen. Besonders da ich nicht nur an der Landschaft, sondern auch an der Kultur interessiert bin. Außerdem habe ich mich entschlossen, meine Fotografie zu verbessern, indem ich mich mehr auf ein Bild konzentriere – mehr Energie reinstecke – anstatt dann z.B. drei durchschnittliche zu haben. Dafür ist so eine Reise perfekt. Außerdem ist es ein guter Ausgleich für den ganzen Studienstress.

Nagut, jetzt muss ich aber wieder lernen. Jetzt hatte ich ein paar Stunden Pause, das muss reichen. Ich freue mich über alle, die meinen Blog lesen, finde es toll euere Rückmeldungen zu bekommen und euch so etwas in mein Leben zu integrieren. Die Uni in Norwegen ist viel anspruchsvoller als in Deutschland und ich bin besser am Ball als je zuvor. Im Laufe meines Bachelors gab es keinen Fokus auf ein Thema und man hat irgendwann das Ziel außer Augen verloren. Hier ist das anders. Gezielt einen Fachbereich zu beherrschen tut mir persönlich wirklich gut. Ich habe das Gefühl etwas wichtiges zu lernen und die Zukunft hoffentlich weniger schlecht zu machen, als man es jetzt von allen Ecken und Kanten hört. Ok, ich schweife schon wieder ab, bis denne!

Wir lernen Norwegisch – å pugge for en eksamen = für eine Klausur lernen.

PS: Falls ihr Lust habt, euch ein bisschen über die Themen, die ich erwähnt habe, zu informieren, dann könnt ihr die orangen Wörter direkt anklicken und werdet (meistens) zu der vertrauenswürdigsten Wissensquelle des Internets gleitet: Wikipedia.